Brötchentüten als Botschafter

Aktionstage des Arbeitskreises und der Bäckerinnungen: „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“

Gewalt kommt nicht in die Tüte!
Der Arbeitskreis gegen häusliche Gewalt und die Bäckerinnungen gehen ungewöhnliche Wege, der Gewalt eine klare Absage zu erteilen: Mit diesen Brötchentüten wird vom 15. November bis 25. November deutlich gemacht: „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“

Aus der Presse: Cuxhavener Nachrichten vom 14. November 2012

KREIS CUXHAVEN. Die Botschaft ist unmissverständlich: „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ Mit diesem großflächigen Aufdruck werden ab Donnerstag Brötchentüten von Bäckern in Stadt und Landkreis Cuxhaven verteilt.

Sie dienen als Botschafter gegen häusliche Gewalt. Gleichzeitig geben sie Betroffenen Informationen über Hilfe und Anlaufstellen in der Region.

Ulrike Reiter von der BISS (Beratung und Intervention bei häuslicher Gewalt) lobt die unkomplizierte, tolle und wohlwollende Zusammenarbeit mit den Bäckerinnungen Cuxhaven-Land Hadeln und Bremerhaven-Wesermünde sowie der BÄKO, die die Verteilung an rund 100 Bäckerläden übernimmt. Es gab von den Innungen sofort Bereitschaft, sich flächendeckend zu beteiligen und finanzielle Unterstützung zu geben. Die deutliche Botschaft wird also breit gestreut. „Wir haben 75000 Tüten drucken lassen“, sagt Jörg Itjen, Obermeister der Innung Cuxhaven-Land Hadeln.

Frauen ermutigen

Einer Studie des Bundesfamilienministeriums zufolge wird jede vierte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer häuslicher Gewalt. Mit der Brötchentüten-Kampagne will der Arbeitskreis die Frauen ermutigen, sich zu trauen, Hilfe und Unterstützung zu holen. Gleichwohl sollen Freunde, Nachbarn, Bekannte und Verwandte sensibilisiert werden, Betroffene auf die Hilfsangebote aufmerksam zu machen, die mit Telefonnummern angegeben sind. Als deutliche Bebilderung der klaren Aussagen dient das blaue Auge einer geschlagenen Frau.

Dunkelziffer hoch

Ulrike Reiter erlebt täglich die Auswirkungen häuslicher Gewalt, von der meist Frauen betroffen sind.
Bei der BISS-Stelle in Bad Bederkesa laufen Meldungen zusammen.  „Die Zahlen sind steigend“, so die Fachfrau, bereits jetzt liege man bei 260 Fällen (im gesamten vorigen Jahr waren es rund 220 Fälle). Sie und die anderen Fachleute aus verschiedenen Institutionen wissen, dass die Dunkelziffer weitaus höher ist und streben durch solche Informationsoffensiven an, das Thema aus den vier Wänden ans Tageslicht zu befördern. So soll die Gewaltspirale durchbrochen werden.

Daher werden nicht nur die Tüten als Infoträger verteilt. Geplant sind auch weitere Aktionstage mit verschiedenen Veranstaltungen.

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